Mit dem Handy im Ausland unterwegs – Wo lauern die Kostenfallen?

Wer viel im Ausland unterwegs ist und dabei nicht auf sein Smartphone verzichten möchte, muss sich in fremde Handynetze einwählen. Dabei entstehen sogenannte Roaming-Gebühren – also Mehrkosten, die unabhängig vom zu Hause gewählten Handytarif für das Telefonieren, das Schreiben von SMS und das mobile Internet anfallen. Zwar sollen die Roaming-Gebühren innerhalb der EU noch dieses Jahr (Juni 2017) wegfallen, allerdings gibt es trotzdem noch einige Aspekte, die vielreisende Handynutzer kennen sollten. Andernfalls könnte die Handyrechnung nach dem Urlaub zur bösen Überraschung werden.

Wie teuer ist die Handy-Nutzung im Ausland?

Derzeit gelten für die Handy-Nutzung im EU-Ausland noch die folgenden Preise:

  • Telefonieren: maximal 19 Cent pro Minute
  • SMS schreiben: maximal sechs Cent pro SMS
  • Mobiles Internet: maximal 20 Cent pro Megabyte

Die Mehrwertsteuer muss zu diesen Preisen jeweils noch dazu gerechnet werden. Außerdem darf der Anbieter höchstens fünf Cent pro Megabyte oder Minute sowie maximal zwei Cent für eine SMS zusätzlich zu den Kosten des Heimattarifs berechnen. Diese sogenannten Roaming-Gebühren wurden in den letzten Monaten bereits gesenkt und waren noch vor ein paar Jahren deutlich höher. Bis Juni 2017 sollen die Roaming-Gebühren komplett abgeschafft werden. Dann müssen Handynutzer keinen Cent mehr extra zahlen, wenn sie mobil im Ausland surfen oder die Familie zu Hause anrufen möchten. Aber Achtung: Nur weil man in Deutschland eine SMS-Flatrate oder eine Telefon-Flatrate ins deutsche Festnetz hat, heißt das nicht automatisch, dass diese auch im Ausland gilt oder dass man beispielsweise in Spanien kostenfrei ins spanische Festnetz telefonieren kann.

Komplett anders sieht es natürlich außerhalb der EU aus: Hier gelten weder die oben genannten Höchstpreise noch sollen die Roaming-Gebühren hier abgeschafft werden. Es reicht also, einen Urlaub in der Türkei, in der Schweiz oder in Tunesien zu machen, um im Nachhinein mit einer horrenden Handyrechnung überrascht zu werden. Je nach Tarif und Land kann der Anbieter hier zwischen ein und zwei Euro pro Minute Telefonie berechnen. Lediglich die 60-Euro-Grenze bei der Nutzung des mobilen Internets bietet im Nicht-EU-Ausland etwas Schutz. Sobald dieser Betrag erreicht wurde, wird der Anschluss vorsorglich gesperrt. Nur, wenn man es dem Anbieter signalisiert, kann man trotzdem weiter surfen. Für SMS und Telefonate existiert ein solcher Kostenschutz in Nicht-EU-Ländern nicht.

Trotz Abschaffung der Roaming-Kosten kann das Telefonieren zudem auf Kreuzfahrtschiffen teuer werden. Die Netze funktionieren hier nur über teure Satellitenverbindungen, wodurch unbemerkt Kosten von bis zu 10 Euro pro Minute entstehen können. Noch teurer sind mobile Datenverbindungen. Kreuzfahrtpassagiere zahlen dafür bis zu 21 Euro pro Megabyte.

Achtung, Kostenfalle: Wer im Ausland angerufen wird, zahlt die Mehrkosten selbst

Vorsicht ist auch geboten, wenn man im Nicht-EU-Ausland aus Deutschland angerufen wird. Der Grund: Wählt man in Deutschland eine Mobilfunknummer, so weiß man nie, in welchem Land der Besitzer sich gerade befindet. Die Anrufer tragen die anfallenden Mehrkosten daher nicht, sondern der Angerufene im Ausland. Derzeit beläuft sich der Preis für eingehende Anrufe innerhalb der EU auf 1,14 Cent netto pro Minute. Außerhalb der EU zahlt man jedoch deutlich mehr. Wer hier keine wichtigen Anrufe entgegennehmen muss, sollte das Smartphone bestenfalls nur im Flugmodus nutzen und auch die Mailbox-Nachrichten bis zur Heimkehr nach Deutschland ignorieren.

Wenn möglich: öffentliches WLAN nutzen

Grundsätzlich sollte man im Ausland so oft wie möglich öffentliche WLAN-Hotspots nutzen nutzen. In beliebten Reiseländern sind sie meistens weitverbreitet. Zudem bieten mittlerweile viele Hotels einen kostenlosen Internetzugang an. Dann kann das mobile Internet komplett ausgeschaltet und stattdessen der kostenfreie WLAN-Zugang genutzt werden. Es ist ratsam, sich schon vor Reiseantritt darüber zu informieren, ob es kostenfreie WLAN-Hotspots gibt. Generell sollten über diese aber keine sensiblen Daten übertragen werden, sodass man etwa auf Onlinebanking aus Sicherheitsgründen verzichten sollte.

Wer sein Smartphone im Urlaub nur zum Telefonieren oder für Notfälle dabei hat, sollte das mobile Internet in den Einstellungen auf jeden Fall deaktivieren. Andernfalls könnten die installierten Apps im Hintergrund Daten aus dem Internet herunterladen, für die man später teuer bezahlen muss. Viel Datenvolumen wird beispielsweise für automatische App-Aktualisierungen verwendet.

Unser Tipp: Schon vor dem Urlaub um einen geeigneten Auslandstarif kümmern

Um sich vor versteckten Kostenfallen zu schützen und auch im Ausland entspannt SMS zu verschicken, zu telefonieren und im mobilen Internet zu surfen, ist es empfehlenswert, sich schon vor der Abreise um einen passenden Auslandstarif zu kümmern. Deutsche Provider bieten hierfür viele verschiedene Angebote an. Bei der Suche nach dem richtigen Tarif hilft ein Vergleich mit Preis24. Hier können die aktuellen Angebote der verschiedenen Provider kostenfrei miteinander verglichen werden, um den günstigsten Tarif auszuwählen. Praktische Tagespacks sind ebenso buchbar wie Wochen- oder sogar Monatstarife, die sich auch für längere Auslandsaufenthalte lohnen. Teilweise können günstige Auslandsoptionen für das Smartphone dazu gebucht werden, zum Teil gehören Flatrates im Ausland aber auch zum generellen Tarif dazu. Hier gilt also: Vorher schlau machen und Geld sparen!

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